Pilotprojekt Flughafen Frankfurt

Pilotprojekt ABG (automatisierte biometriegestützte Grenzkontrolle)
ist um weitere zwei Jahre velängert worden

Dazu erklärte der Bundesinnenminister Otto Schily: "Das Pilotprojekt ABG auf dem Flughafen Frankfurt/Main erbringt aus grenzpolizeilicher Sicht einen bedeutsamen Sicherheitsgewinn".

Seit dem 12. Februar 2004 an wird am Flughafen Frankfurt in einem Pilotprojekt die automatisierte und biometriegestützte Grenzkontrolle (ABG) mit Iriserkennung erprobt. Die Bosch Sicherheitssysteme GmbH installierte dazu als Generalunternehmer die entsprechende Technik. Bosch hatte mit den Partnerfirmen Byometric AG und Gunnebo den Ausschreibungswettbewerb gewonnen. Mit dem in rund vier Monaten Bauzeit am Flughafen eingerichteten ABG-System prüft der Bundesgrenzschutz, ob die Grenzkontrollen mit Hilfe der Iriserkennung sowohl in der Qualität als auch der Effizienz verbessert werden können. Dies ist wegen der steigenden Zahl von Flugreisenden und insbesondere nach den Terroranschlägen von 2001 von großer Bedeutung.

Die Augeniris eines Menschen, auch als Regenbogenhaut bekannt, ist mit ihren Pigmentmustern und Äderchen ein unverwechselbares Personenmerkmal. Im Vergleich zum Fingerabdruck mit etwa 40 typischen Erkennungsmerkmalen bringt es die Iris auf mehr als 260 Erkennungsmerkmale. Daraus resultiert die extrem geringe Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1078, dass zwei Menschen die gleiche Iriszeichnung haben, eine Duplizität ist also ausgeschlossen.

Die gänzlich passiv erfolgende ABG-System prüft der Bundesgrenzschutz, ob die Grenzkontrollen mit Hilfe der Iriserkennung wurde in den vergangenen zehn Jahren zu einem hohen Stand perfektioniert. Medizinisch ist sie völlig unbedenklich, da keine Energie, beispielsweise in Form eines Laserstrahls, ins Auge eingebracht wird. Die Erkennung übernehmen ausschließlich CCD-Kameras, die handelsüblichen Video-Kameras vergleichbar sind.

Der Benutzer blickt aus maximal 60 Zentimeter Entfernung in Objektive. Von dem so erfassten Bild wird als Referenzmuster für spätere Vergleiche lediglich ein komprimierter Datensatz gespeichert, aus dem sich das tatsächliche Irisbild nicht zurückbilden lässt.

Am Frankfurter Pilotprojekt können Fluggäste aus den
EU-Staaten und der Schweiz freiwillig teilnehmen und die Vorteile des neuen Kontrollverfahrens nutzen. Von ihnen fertigen Beamte des Bundesgrenzschutzes zunächst Referenz-Irisbilder. Diese werden verschlüsselt in einer lokalen Datenbank ausschließlich für die Grenzübertritte gespeichert. Danach folgt ein Erfassungsvorgang, analog der späteren automatisierten Grenzkontrolle.

Am Zugang der Autocontrolspur erfasst ein Ausweislesegerät die Personendaten des Reisepasses und meldet diese an die Datenbank der biometriegestützten Grenzkontrolle zur Bereitstellung des Iris-Referenzmusters. Ist der Benutzer als Teilnehmer am Pilotprojekt und mit gültigem Reisedokument identifiziert, öffnet sich für ihn die Schleuse, in der die Iriserkennung stattfindet. Stimmt das hierbei erkannte Muster mit dem bereitgestellten Referenzmuster überein und existiert kein Fahndungsvorgang, gibt die Schleuse den Ausgang zum Grenzübertritt frei. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Sekunden. Dies ist der Vorteil der Teilnehmer am Pilotprojekt: Sie müssen sich nicht mehr der üblichen, oft mit Warte- und Bearbeitungszeiten verbundenen konventionellen Grenzkontrolle unterziehen.

Bislang haben sich mehr als 16.000 Teilnehmer - davon mehr als 1.600 Bürger aus anderen EU-Staaten - auf freiwilliger Basis in Frankfurt für das Verfahren ABG registrieren lassen.

Am 16. September 2005 hat der damalige Bundesinnenminister Otto Schily das erfolgreiche biometrische Grenzkontrollprojekt um weitere zwei Jahre verlängert.

An dem kostenfreien Verfahren können bislang nur uneingeschränkt freizügigkeitsberechtigte Personen aus EU/EWR-Staaten und der Schweiz teilnehmen, sofern sie das 18. Lebensjahr vollendet haben und über einen maschinenlesbaren Reisepass verfügen. Um zusätzlich eine Teilnahme von US-Bürgern zu ermöglichen, die in dortigen biometrischen Grenzkontrollverfahren registriert sind und damit strenge Prüfkriterien erfüllen, hatte Schily in Brüssel den Abschluss eines entsprechenden Abkommens der EU mit den USA vorgeschlagen.

Iriserkennung in Sekunden