Probelauf fürs Kernkraftwerk

Einheitlich und einfach: Building Integration System (BIS) im Kernkraftwerk Unterweser

Wie Aktionskunst mutet an, was die Experten von Bosch Sicherheitssysteme und ihre Lieferanten in drei Monaten in einer Halle am Firmensitz in Ottobrunn installiert haben: 10 Großbildschirme, Schränke voll mit Servern, etliche Kilometer Kabel und eine Vielzahl Kameras, die Bilder zufällig vorbeihuschender Beteiligter auf die Bildschirme schicken. Dennoch handelt es sich hier um nicht weniger als die komplette Sicherheitstechnik, die im von E.ON betriebenen Kernkraftwerk Unterweser zum Einsatz kommen soll.

Videoüberwachungs- und Einbruchmeldesysteme, Sprechanlagen und Zutrittskontrolle, Türsteuerungen und eine Vielzahl weiterer Komponenten werden hier auf Herz und Nieren geprüft. Dabei geht es vor allem darum, das reibungslose Zusammenspiel der einzelnen Gewerke sicherzustellen, da der Betreiber seinen Auftrag an verschiedene Unternehmen vergeben hat. Bosch obliegt die Aufgabe, die jeweiligen Einzelgewerke zu koordinieren und in einem umfassenden Managementsystem zu integrieren. Beim Umfang des Projekts und bei der Vielzahl an Schnittstellen nahm diese Aufgabe gut zwei Jahre Planungszeit in Anspruch. Umgesetzt wurde das Vorhaben mit dem Building Integration System (BIS). Auf einer einheitlichen Plattform integriert dieses System alle Gewerke der Gebäude- und Sicherheitstechnik. Die Subsysteme werden ständig überwacht und können über BIS gesteuert werden. So hat das Bedienpersonal des Kraftwerks jederzeit einen umfassenden Überblick und kann bei Bedarf in Echtzeit sämtliche Detailinformationen abrufen oder Aktionen auslösen.

Die redundante Auslegung aller sicherheitstechnischen Komponenten sowie der Stromversorgung gewährleistet jederzeit aktuelle und verlässliche Daten. Der aufwendige Aufbau und die eingehende Prüfung aller Gewerke im Zusammenspiel sind Voraussetzung für die Abnahme des Projekts durch den Betreiber und die atomrechtliche Genehmigungsbehörde. Nach zwei Wochen Tests, entsprechender Dokumentation und kleineren Nachjustierungen ist das Projektteam sich sicher, dass dem nichts mehr im Wege steht. Als letzte Herausforderung wartet dann die Installation im laufenden Betrieb.

Geprüft auf Herz und Nieren

Kernkraftwerk Unterweser